Bericht vom Oktoberfestpreis am Starnberger See

20.11.2009 22:15

Erst sah es ganz schlecht aus am Starnberger See: Weil monatelang auf der 49er-KV-Webseite der falsche Termin für den Oktoberfestpreis angegeben war, konnten viele Teams am „richtigen“ Wochenende nicht. Waren 2008 noch 16 Mannschaften am Start, so fanden dieses Jahr gerade mal 6 Teams den Weg zum DTYC. Und dann das: Kein Wind! Nach dreistündigem Rumdümpeln am Samstagnachmittag stand gerade mal ein abgebrochener Lauf zu Buche. Immerhin war das herbstliche Wetter sehr angenehm. Und Steuerfrau Henriette demonstrierte anschaulich, warum die 49er auch eine „Wellness-Klasse“ sein können: Bewaffnet mit Liegestuhl, Sonnenbrille, I-Pod und Macbook, zeigte sie den ebenfalls anwesenden 505ern und FD, wie richtiges Chillen geht.

Am Sonntagmorgen: Wieder kein Wind. Langsam nervte es, das exzessive Chillen. Um die Mittagszeit packten die ersten FDs schon ein, da setzte eine leichte Nordströmung ein. Und was keiner mehr geglaubt hätte: die 49er schaffen bis 16 Uhr noch drei reelle Läufe, wenn auch bei sehr moderatem Wind von 0,5 bis 1,5 Beaufort. Immerhin standen die Gennaker durchgehend.

Obwohl nur sechs Boote auf dem Wasser waren, entwickelte sich eine hoch spannende Regatta. Genau genommen waren es sogar zwei Regatten: Drei Boote mit neuem Carbonrigg und drei Boote mit altem Rigg kämpften jeweils gegeneinander. Dabei bestätigte sich, was bei allen diesjährigen Regatten in Süddeutschland zu beobachten war: Bei leichtem Wind haben die Boote mit neuem Rigg einen kleinen, aber entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil. Sie gewinnen jeden Zweikampf gegen Boote mit altem Rigg. Der daraus resultierende  taktische Vorteil reicht zwar meist nur für 50 bis 100 m Vorsprung an der Luvtonne, aber das ist eben genug. Downwind sind Boote mit neuen Riggs nicht wirklich schneller. (Bei Starkwind wie am Alpsee fuhren die alten Riggs übrigens auch an der Kreuz noch einwandfrei mit).

So entspann sich also zwischen den Booten mit neuem Rigg ein Wettstreit um den ersten Platz. Es gewann verdient ein erfahrener Leichtwindfuchs vom Ammersee: Bernd Jahn mit Vorschoter Moritz Freiesleben. Henriette Gruse hatte sich mit dem Spitzenvorschoter Wolf Jeschonnek verstärkt (unter anderem 1. Platz Deutsche Bestenermittlung 2008). Das zahlte sich prompt mit dem zweiten Platz aus. Thomas Römmelt mit seinem neuen Vorschoter Moritz Renn blieb knapp dran, aber halt am Heck der beiden vorderen.

Um die Plätze 4 bis 6 ging es nicht weniger heiß her. Die drei Teams mit altem Rigg waren etwa gleich stark, so dass enge Tonnenrundungen und Positionswechsel die Regel waren. Am Ende hatten Christian Stock/ Florian Senn dank einer glücklichen letzten Zielkreuz den Bug vorne, gefolgt von Christian Bourjeau/ Hannes Schneider. Die Newcomer Rolf Thoma und Christopher Kuhnke demonstrierten, dass sie im 29er offensichtlich das Skiff-Segeln von der Pike auf gelernt hatten. Sie fuhren auf Anhieb konkurrenzfähig im 49er-Feld mit – was bekanntermaßen bei Einsteigern eher selten der Fall ist.

So wurde denn doch noch alles gut am Starnberger See. Und nächstes Jahr wird es noch besser.

Christian Stock (GBR 247)

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Nächste Termine

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30.05.-01.06.2020 18. Skiff-Weekend (Alpsee)
12.09.-13.09.2020 Oktoberfestpreis (Starnberger See)