Florian Kemper und Wolf Jeschonek gewinnen die Audi 49er German Championship

06.10.2008 18:58

Schon zur Begrüßung bekam jedes Team reichlich Geschenke, das Startgeld wurde von Audi übernommen, Live-Kommentar für Zuschauer an Land. Das Highlicht war das Show-Rennen am Donnerstagabend unter Scheinwerferlicht und vor zahlreichen Zuschauern. Daneben wurde zur kleinen Stärkung nach den Rennen „After Race Snacks“ gereicht.

Am Tag vor dem ersten Rennen wurde ein Videotrailer von uns auf dem Wasser gedreht. Bei SAT1, dem ZDF und anderen Kanälen wurde dieser dann im Abendprogramm übertragen. Daneben wurde die Veranstaltung noch in diversen Print- und Online-Medien kommentiert.

In der Summe kann ich sagen, dass ich noch nie an einer Regatta teilgenommen habe, die so professionell organisiert war. Ich möchte mich deswegen an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Organisatoren, Helfern und Audi dafür bedanken, dass sie uns eine so tolle German Championship boten.

 

Seglerisch ist es auf der Außenalster im Herzen Hamburgs immer etwas schwierig. Der Wind pfiff während den Regatten meist stark durch die vielen Hotels am Rande des Sees hindurch und brachte uns Seglern viele, zum Teil unberechenbare Böen. Am Donnerstag, wenige Sekunden vor dem Ersten Start kam eine solche „Hammer“ Bö. Alle Boote die sich an der Startlinie befanden kenterten in Windeseile und beim Startsignal überquerte nicht ein einziges Schiff die Linie. Der Wettfahrtleiter brach daraufhin sofort ab und schickte uns wieder in den Hafen. Der Wind legte am Nachmittag eher noch zu und so konnten wir an diesem Tag leider keine Rennen mehr fahren.

 

Am zweiten und dritten Tag ging es etwas gesitteter zu und wir absolvierten neun spannende Rennen. An eine Rennsituation erinnere ich mich noch sehr gut. Etwa nach der Hälfte der Startkreuz sagte ich leicht entnervt zu Hannes „Ich glaube, wir werden richtig schlecht an der 1 ankommen“. Nur wenige Sekunden später drehte der Wind, unser 49er beschleunigte und wir lagen in Führung. Im Vergleich zum Laser ist es wirklich enorm, wie viel man im 49er durch eine Bö gewinnen kann. Der 49er setzt den stärkeren Wind viel mehr in Geschwindigkeit um und man schießt förmlich an den anderen Schiffen vorbei. Es war deswegen auch keine Seltenheit, dass ich mich öfter grob verschätze, wenn es um unsere Position im Feld ging.

Der Schlüssel zum Erfolg war aus meiner Sicht vor allem gutes Bootshandling. Das ständige Umschalten zwischen starkem und schwachem Wind und schnelles Reagieren auf plötzliche Winddreher.

 

Die Ausgangssituation vor dem Medalrace hätte spannender nicht sein können. Lennart und Morten lagen Punktgleich mit Florian und Wolf an der Spitze. Mit etwas Abstand folgten gleich drei Teams, darunter auch wir, die um die Bronzemedaille kämpfen würden.

Beim Medalrace war der Wind noch stärker, als an den vorherigen Tagen. Hannes und ich erwischten einen super Start und lagen an der ersten Tonne in Führung. Auch die Halsen auf dem ersten Vorwind klappten super, nur als wir auf die Leetonne zufuhren wurde es etwas hektisch. Der Gennaker ging etwas zu spät runter, wir kamen zu dicht an die Tonnen, mussten ausweichen und Kenterten direkt zwischen den Gatetonnen. Im weiteren Verlauf des Rennens kenterten wir noch ein weiteres Mal und vergaben damit leider alle Chancen auf Edelmetall.

Der Kampf um den Titel war zu diesem Zeitpunkt im vollen Gange. Die Führung wechselte mehrmals während des Rennens. Am Ende schossen Florian und Wolf knapp vor Lennart und Morten über die Ziellinie.

Allerdings hatte eine Kollision mit einem Kameraboot Lennart und Morten zuvor die Führung gekostet. Nach einem Antrag auf Wiedergutmachung wurden die beiden wieder auf Platz eins eingesetzt. Nach dem Medalrace lagen die beiden deswegen punktgleich auf Platz eins. Weil Florian und Wolf zuvor mehr Siege eingefahren hatten standen sie damit als Sieger fest.

 

Herzlichen Glückwunsch den Siegern, sie haben in einem Herzschlagfinale die Nerven behalten und damit glücklich gewonnen. Auch ein großes Kompliment an Morten und Lennart, die über die gesamte Serie sehr stark aufgetreten sind und den Sieg gleichermaßen verdient hätten.

 

Für mich, der erst seit fünf Monaten 49er segelt war es wirklich eine atemberaubende Veranstaltung. Ich werde erstmal ein Paar Tage „ruhe“ bei der Laser Deutschen brauchen um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Aber eins steht für mich fest, der 49er ist ein unglaublich tolles Turngerät und es macht super viel Spaß damit zu segeln.

 

Euer

Tobi

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