Hohe Wellen um Erfolgstrainer
18.09.2008 19:56
Erfolg spricht in der Regel für sich. Rigo de Nijs hat Erfolg. Der 44-Jährige kümmert sich bislang als Bundestrainer um die deutschen 49er- und Tornado-Segler. Seine Schützlinge Jan-Peter und Hannes Peckolt (Hamburg/Kiel) holten im August die einzige deutsche Medaille bei den olympischen Segelwettbewerben vor Qingdao. Ende des Jahres läuft nun der Vertrag ihres niederländischen Coaches beim Deutschen Segler-Verband (DSV) aus. De Nijs würde gerne weiter für den DSV tätig sein, am liebsten als übergeordneter Trainerkoordinator. Der Verband wiederum will seine Zukunftsplanung in Ruhe angehen, gab dem Erfolgstrainer bislang noch keine Jobzusage.
Das rief den Heiko Thölmann, Präsident der 49er-Klassenvereinigung, auf den Plan. Mit dem Wissen um andere Angebote des Trainers wandte er sich schriftlich an die DSV-Führung, sammelte Stimmen der von de Nijs betreuten Athleten. "Es besteht dringender Handlungsbedarf, um Kompetenz und Know-how zu erhalten und ein echtes Desaster für die 49er und Tornados zu vermeiden", erklärte Thölmann. Die Sportler selbst stellen sich ebenfalls hinter de Nijs. "Er hat fundierte Kenntnisse und kann diese gut vermitteln. Ich kenne keinen besseren 49er-Trainer als Rigo", sagte Jan-Peter Peckolt.
De Nijs, der seit 2002 für den DSV arbeitet und zurzeit mit Kaderathleten vor England trainiert, sieht die Planungen in Richtung London 2012 gestört. Er selbst fühlt sich hingehalten: "Die Zeit für eine Entscheidung wird langsam knapp", sagte er gestern dem Abendblatt. Der DSV will sich jedoch weiterhin nicht unter Druck setzen lassen. Sportdirektor Hans Sendes ärgern zudem die hohen Wellen, die die Personalie de Nijs schlägt. "Es ist keine Art, über Außenstehende Einfluss auf Personalentscheidungen nehmen zu wollen", kritisierte er die Aktionen der 49er- und Tornado-Riege. "Die Fachkompetenz von Rigo de Nijs wird überhaupt nicht abgestritten. Aber sie können sich sicher sein, dass wir erst einmal intensiv beraten, wie man welche Position am besten besetzen kann." Kommende Woche soll es nun ein klärendes Treffen mit dem Trainer geben. Dann muss de Nijs noch einmal für sich selbst sprechen, denn sein Erfolg allein reicht in diesem Fall nicht.
dsterschienen am 18. September 2008
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