49er Trainingslager Palma de Mallorca – European Championships 2008

04.04.2008 00:40

Max und Lennard vor Palma
Zusammen mit den anderen Einsteigerteams im 49er entflohen wir Januar das erste mal für zehn Tage den eisigen Temperaturen um in Mallorca bei sommerlichem Wetter ein Blocktraining unter der Leitung von Bundestrainer Rigo de Nijs und Kolja Völkers durchzuführen. Trotz der anstrengenden Autofahrt konnten wir dem Wetter nicht widerstehen und gingen schon am Anreisetag für eine kurze Einheit zusammen mit dem anderen
Kieler Team Olli Lewin und Michel Münker aufs Wasser. Um 20 Grad Lufttemperatur bei mittlerem Wind und hellblauem Wasser waren eine willkommene Abwechslung zum Segeln um den Gefrierpunkt auf der Förde.
Im ersten Teil der Woche ließ uns der Wind leider morgens immer im Stich, so dass wir unsere geplanten Trainingseinheiten nicht vollständig abarbeiten konnten. Die letzten Tage wehte dann aber glücklicherweise noch ein stärkerer Wind, so dass wir doch bei vielen verschiedenen Bedingungen trainieren konnten. Am ersten Ferientag ging es dann im März endlich wieder in den Süden, diesmal um bei der EM erste Erfahrungen bei internationalen Regatten zu machen. Zum Glück hatten Auto und Boote die Zwischenzeit gut überstanden. Doch der Wind,
der uns im Januar gefehlt hatte wehte nun umso stärker. Knapp 20 knoten auflandig sorgten dementsprechend auch für ordentliche Wellen. Dies sollte auch die ganze EM über so bleiben. Beim ersten gemeinsamen Training merkten wir auch deutlich, dass wir fünf Wochen nicht auf dem Boot gestanden hatten, wir stolperten durch die Manöver. Zum Ende der Trainingseinheit ging es dann schon wieder besser, doch wir hatten erst im Dezember zusammen angefangen und waren noch so gut wie nie bei ähnlich schwierigen Bedingungen auf dem Wasser gewesen. Bei der letzten Halse unter Gennaker auf dem Weg zum Strand hatten wir auf Grund eines Missverständnisses Leekrängung, der Lee-Wing tauchte in die Welle ein und wir kenterten. Eigentlich kein Problem, doch beim Aufrichten polterte es ganz komisch und wir mussten feststellen, dass unser Wing komplett abgerissen war. Bis dahin war mir gar nicht klar, dass das überhaupt passieren kann…
Zum Glück war das kein besonders teuerer Schaden (hat hauptsächlich Nerven gekostet), und Dank der großzügigen Hilfe der Peckolt Brüder was Material und Rigos was die Reparatur angeht war der Wing rechtzeitig zur Regatta wieder dran. Beim Bergen des Großsegels war dieses dummerweise auch noch etwas beschädigt worden, aber das ließ sich mit mühsamer Handarbeit die nächsten Abende reparieren und bei „der Plastiktüte“ wie Rigo unser Uraltsegel nennt machte das nicht mehr viel aus. Der erst Regattatag musste wegen Sturms komplett ausfallen, am nächsten waren für uns immer noch grenzwertige Bedingungen, wir entschieden uns aber dann es zu probieren. Nachdem wir in der ersten Wettfahrt einmal beim Abfallen kenterten und dann noch einen ziemlich heftigen Stecker fuhren entschieden wir uns aufzugeben um nicht wieder alles zu zerlegen. Am Nachmittag hatte es ein wenig abgeflaut und wir fuhren beide Rennen mit. Das Handling wurde mit jeder Runde spürbar besser und so hatten wir am nächsten Tag auch keine allzu großen Bedenken mehr. Doch diesmal machte uns das Großfall einen Strich durch die Rechnung, der Vorläufer riss und wir verpassten gerade den ersten Start. Den Rest der Regatta konnten wir dann zunehmend mitsegeln und hatten zum Schluss auch schon mal einen kurzen Moment um über Taktik nachzudenken. Mit dem Ergebnis sind wir ganz zufrieden, als jüngstes Team bei unserer ersten gemeinsamen Regatta erkämpften wir uns den 47. Platz. Doch es gibt noch viel zu tun und die Saison hat grade erst angefangen. Bis zur Kieler Woche wollen wir möglichst so weit sein, dass wir uns auch auf Taktik konzentrieren können und so ein
gutes Ergebnis auf dem Heimatrevier erzielen. Olli und Michel kamen auf den 44., bestes deutsches Team waren die Peckolts auf dem 9., gewonnen haben Iker Martinez und Xabi Fernandez aus Spanien. Die komplette Ergebnisliste gibt es hier Bedanken möchten wir uns beim KYC und GUL und natürlich unseren Eltern für die tolle Unterstützung. Wir hoffen, dass wir in der nächsten Zeit weitere Sponsoren finden können um in der Lage zu sein eine Olympiakampagne zu finanzieren.

Eine schöne und Erfolgreiche Saison wünschen

Lennard Harneit und Max Lutz, 49er GER 970 KYC

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